#Frankfurt

Ein Ergebnis der Krawalle rund um die EZB in Frankfurt.

Alte weiße Männer

Am vergangenen Montag scannte ich mit zwei jungen Kolleginnen die Sonderbeilage, die Willy Fleckhaus für Die Welt anlässlich des Todes von Konrad Adenauer gestaltet hatte. Wir blätterten durch die Seiten, die großformatig Bilder aus dem Leben des alten weißen Mannes zeigten. Eine Abbildung zeigte drei Männer in einem offenen Fahrzeug, die durch eine jubelnde Menge…

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Von den Russen nach der Erstürmung des Reichstags inszenierte Fotografie.Fotograf: Jewgeni Chaldej, 2. Mai 1945
Von Mil.ru, CC-BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=80632310

Stell Dir vor es ist Krieg
und keiner geht hin

Bewundernd blicke ich in diesen Tagen auf die Ukraine. Der Präsident Wolodymyr Selenskyj führt mit starken und überzeugenden Argumenten und er geht mit gutem Beispiel voran. Seine Rhetorik hat Kraft, sein Auftreten zeugt von Empathie. Das Angebot der US-Regierung, sich ausfliegen zu lassen, hat er zu Beginn des Krieges abgelehnt und damit persönlichen Mut und Opferbereitschaft bewiesen.…

Fick dich ins Knie,
Melancholie

Die Woche war hart gewesen. Die Tage waren geprägt von Routinen und passierten eher, als dass ich sie erlebte. Die Aufgaben waren kräftezehrend, aber unbefriedigend. Sicher geglaubte oder begehrte Aufträge waren abgesagt worden. Spätabends kam ich nachhause, aß Mahlzeiten, die mir nicht schmeckten und trank mehr als mir guttat. Ich legte Platten auf, die Musik…

Jürgen Krause fand dieses Blatt vor bald 9000 Tagen und hat es bis heute bewahrt.

Fährtenlesen

Ein Dialog mit dem Künstler Jürgen Krause über das Jagen, das Fährtenlesen, das Spurenlegen, das Verfolgen von Ideen und Menschen. Und ein Gespräch darüber, was bleibt und über das, was vergeht. Carsten Wolff · 2. Mai 2022: Schon seit Jahren kenne und schätze ich Deine Arbeiten, Jürgen. Daher sprach ich Dich vor einigen Monaten an,…

Zwei Schriftentwürfe verknüpfen Vergangenheit und Gegenwart

Type Design
Fleckhaus Now! + Wolff

Willy Fleckhaus gestaltete zwischen 1959 und 1970 das legendäre Lifestylemagazin twen. Ein Charakteristikum der Zeitschrift war die Schmalfette Grotesk, die Fleckhaus in den späten 50er Jahren in einem der vier Bände des Schriftmusterbuchs Lettera von Armin Haab und Walter Haettenschweiler (1933–2014) gefunden hatte und die von dem Schweizer Maler und Grafiker Haettenschweiler entworfen worden war. Fleckhaus…

Wieder bei Bewusstsein

Warum 667?

In der Offenbarung des Johannes findet sich erstmals die Zahl 666: »Hier braucht man Kenntnis. Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es ist die Zahl eines Menschennamens; seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.« (Offb. 13, 18) Näher eingegangen wird auf das »Wesen mit 10 Hörnern und 7 Köpfen« nicht, man vermutet ein Zahlenspiel, das…

Vielleicht liegt der Strand unter dem Pflaster – auf dem Pflaster liegen jedenfalls »Stadtmuscheln« und weiteres Treibgut.

Treibgut und Stadtmuscheln

Wenn mein Sohn Leonard und ich durch die Stadt flanieren, dann streifen unsere Augen auch immer über den Boden, über den wir gehen. Er bemerkt dann in den Ritzen zwischen zwei Platten eine farbig schillernde Paillette, hebt sie auf und betrachtet sie im Licht der Sonne. Dann finde ich einen seltsam aussehenden Samen einer mir…

Hier sieht man die einzige Korrektur, die Siegfried Unseld erbeten hatte, bevor er im September 2000 die Ausstellung Die Lesbarkeit der Welt – 50 Jahre Suhrkamp im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main für die Öffentlichkeit freigegeben hatte. [Auf dem Rahmen steht eine weitere Heldin: Lara Croft von Bildhauer Peter Sauerer.]

Gut abgeschnitten:
50 Jahre Suhrkamp

Es waren aufregende Zeiten, damals, im heißen Sommer des Jahres 2000. Wenige Tage vor der Ausstellungseröffnung von 50 Jahre Suhrkamp im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main war mein erster Sohn Paul geboren worden. Die Hebamme im Krankenhaus in Sachsenhausen fragte meine damalige Frau, warum wir ein Familienzimmer gebucht hätten, wenn der Vater…

Zwei junge Frauen aus der Perspektive eines weißen alten Mannes

Frankfurt im Abseits

Diese Seite zeigt Bilder von Unorten, Bilder aus Nischen und abseitige Perspektiven. Mein Lehrer und Freund, Eckhard Neumann, bezeichnete Frankfurt in den 90er Jahren mal als ein »eloxiertes Flüchtlingsheim«, womit er auf das Nebeneinander von Nachkriegsbaracken, wie im Umfeld der Kleinmarkthalle bis heute zu sehen, und die glänzenden Fassaden der Hoch- und Geschäftshäuser anspielte. Eckhard…